Essen und Trinken bei Demenz – eine Herausforderung?!
Essen und Trinken sind zentraler Baustein in Sachen Wohlbefinden und Lebensqualität. Doch es kann zur Herausforderung werden,
wenn das Kochen und Zubereiten von Mahlzeiten schwerfällt,
wenn Sicherheitsbedenken dem Kochen entgegenstehen.
wenn Geschmäcker sich verändern, Lebensmittel nicht mehr erkannt werden, Schluckbeschwerden auftreten.
Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme!
Es ist ein sinnliches Erlebnis, das Erinnerungen wecken und Wohlbefinden schaffen kann. Die Mahlzeiten sollten daher trotz aller Herausforderungen als angenehme Momente im Tagesablauf gestaltet werden.
Eine demenzgerechte Ernährung erfordert Geduld, Kreativität und Einfühlungsvermögen. Mit den richtigen Strategien können jedoch viele Probleme gemildert und die Lebensqualität der Betroffenen (und Angehörigen ;-)) deutlich verbessert werden.
Anregungen und Ideen zum Ausprobieren
süße Speisen
Oft werden sie besser angenommen als herzhafte Gerichte.
kleine Snacks auf die Hand
Es sind nicht immer die großen Mahlzeiten das, was am zielführendsten ist. Probieren Sie kleine Mahlzeiten zwischendurch aus. Wie klappt es zum Beispiel mit Energiekugeln, die auf Tellerchen in der Wohnung verteilt für Umherwandernde oder in Reichweite zum Sitzplatz stehen?
Getränke stets griffbereit
bereitstehende Getränke werden eher angenommen – auch Erinnerungen helfen
etwas Energiereiches notwendig?
Rühren Sie reichhaltige Lebensmittel unter, es darf auch mal die Sahne im Joghurt sein.
nährstoffreiche Mahlzeiten
Mitunter sind es nur wenige Speisen, die gut toleriert werden. Fragen Sie Ärzte und in Apotheken, ob man mit zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln oder entsprechender Zusatznahrung (gibt es auch als Trinknahrung) arbeiten kann.
Atmosphäre und Gemeinschaft
Eine ruhige Essensatmosphäre hilft vielen, gerne in Gemeinschaft, aber ohne Radio und Fernseher im Hintergrund. Insbesondere der Umgang mit Schluckstörungen erfordert viel Konzentration.
Besteck zu kompliziert?
Fingerfood hilft – was lässt sich mit Händen alles greifen und essen.
Getränke sind zu flüssig?
Es gibt Pulver zum Andicken, von nektarartig bis zum Löffeln – es geht alles in der Konsistenz.
Übrigens: Auch ein Wackelpudding beinhaltet Wasser!
Verschlucken bei Speisen
Oft sind gemischte Konsistenzen wie zum Beispiel in Suppen schwierig. Hier helfen pürierte oder cremige Suppen oft weiter, weil die Festigkeit der einzelnen Bestandteile gleich bleibt.
Hilfsmittel annehmen
Sanitätshäuser, Ärzte, Pflegestützpunkte, Selbsthilfegruppen können hier wertvolle Ideen äußern – und das Internet 😉
Weitere Ideen, Anregungen, Praxistipps gesucht?
Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung hilft weiter!
Sie bietet Beratung zu Themen wie Ernährung, Verpflegungssituationen in Einrichtungen oder mobile Menüdienste.
Sie schenken Freiheit, Selbstständigkeit, Würde – und machen den Alltag so viel leichter!
Besondere Bestecke und generell bedarfsgerechtes Geschirr je nach Einschränkung, kontrastreiche Farben, Überwachungsmöglichkeiten für laufendes Wasser oder eingeschalteten Herd und vieles mehr können den Alltag für Sie deutlich erleichtern.
Lernen wir im gegenseitigen Austausch, fragen Sie in Arztpraxen, Sanitätshäusern, Netzwerkmitgliedern – beschreiben Sie, was schwerfällt und lassen sich beraten, welche Möglichkeiten es gibt.
Einen ersten Einblick können diese zwei unabhängigen Seiten bieten:
Essen auf Rädern ist der bekannte Klassiker! Im Westerwald finden Sie verschiedene Anbieter, die Mahlzeiten fertig als Tiefkühlware liefern – oder auch warmes Essen um die Mittagszeit herum vorbeibringen.
Eine Alternative wäre jedoch auch ein Mittagstisch. Neben dem Speisen einer warmen Mahlzeit treffen Sie hier Gleichgesinnte zum Austausch oder genießen still die Gesellschaft.
Manchmal hilft es auch, die Nachbarn anzusprechen. Oft ist es kein Problem, für eine Person mehr zu kochen. Trauen Sie sich zu fragen!